VO₂ Max und Gesundheit
Warum ist die VO₂ Max wichtig für unsere Gesundheit?
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Die VO₂ Max – also die maximale Sauerstoffaufnahme – beschreibt die Fähigkeit des Körpers, unter intensiver körperlicher Belastung möglichst viel Sauerstoff aufzunehmen und effizient zu verwerten. Dabei zeigt sie, wie leistungsfähig Herz-Kreislauf- und Atmungssystem bei der Versorgung der Muskulatur mit Sauerstoff sind. Sie gilt als einer der wichtigsten Indikatoren für die Gesundheit von Herz und Lunge. Denn hohe VO₂-Max-Werte sind nachweislich mit zahlreichen gesundheitlichen Vorteilen verbunden – unter anderem mit einem geringeren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie einer reduzierten Gesamtmortalität (1).
Bereits seit 2016 empfiehlt die American Heart Association, die Fitness von Herz und Lunge – messbar über die VO₂ Max – regelmäßig als klinisches Vitalzeichen zu erfassen. Diese Empfehlung basiert auf der Erkenntnis, dass ein höherer VO₂-Max-Wert eng mit einem verringerten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und einer insgesamt niedrigeren Sterblichkeitsrate verknüpft ist.
Die Auswirkungen von Training auf VO₂ Max und die Gesundheit
Eine im British Journal of Cancer veröffentlichte Studie konnte zeigen, dass Personen mit besserer körperlicher Fitness ein deutlich geringeres Risiko für Gesamtmortalität, Krebsmortalität sowie kardiovaskuläre Erkrankungen aufwiesen. Dies verdeutlicht, welchen hohen Vorhersagewert die VO₂ Max für diese negativen gesundheitlichen Folgen besitzt (2).
Darüber hinaus untersuchte eine andere Forschungsgruppe die Auswirkungen von mäßig bis hochintensivem Widerstandstraining auf verschiedene Gesundheitsparameter. Dabei zeigte sich, dass regelmäßiges Training dieser Art nicht nur die fettfreie Körpermasse erhöht, sondern auch die funktionelle Kapazität verbessert. In der Folge kann eine kontinuierliche körperliche Aktivität die VO₂-Max-Leistung steigern und somit zu einer besseren allgemeinen Gesundheit beitragen (3).
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Die VO₂ Max und das Alter
In einer weiteren Studie wurde der Einfluss des Alters auf die Erholung der Herzfrequenz nach dem Training untersucht – ein Parameter, der auch als indirekter Indikator für die VO₂ Max herangezogen werden kann. Dabei zeigte sich, dass die Erholung der Herzfrequenz mit zunehmendem Alter abnimmt – unabhängig davon, ob die untersuchten Personen männlich oder weiblich waren und selbst dann, wenn ihre Fitness von Herz und Lunge gut erhalten war. Dies macht deutlich, wie wichtig regelmäßige körperliche Aktivität ist, um dem altersbedingten Rückgang der maximalen Sauerstoffaufnahme entgegenzuwirken (4).
Im Klartext bedeutet das: Die VO₂ Max nimmt mit dem Alter grundsätzlich ab – aber je höher sie bereits ist, desto besser ist man gesundheitlich abgesichert.
Insgesamt bestätigen diese Ergebnisse, dass die VO₂ Max eine zentrale Rolle bei der Vorhersage und Verbesserung der Gesundheit spielt. Sie verdeutlichen zudem, wie wichtig regelmäßige Bewegung für die Steigerung der kardiopulmonalen Fitness und die Senkung des Risikos für zahlreiche Erkrankungen ist.
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Grundprinzipien für das VO₂ Max Training
Wichtig: Wähle ein Training aus, bei dem du technisch effizient bist (z. B. Rudern, Laufen oder Fahrradfahren). Durch schlecht ausgeführte Bewegungsabläufe steigt das Verletzungsrisiko.
Anschließend ist es wichtig, die maximale Herzfrequenz zu kennen. Hierbei kann man folgende Formel zur Hilfe nehmen (5):
Maximale HF = 211 – 0,64 × Alter
Zudem kann es hilfreich sein, verschiedene Herzfrequenzbereiche festzulegen. Hierzu nutzen viele die Einteilung der Herzfrequenz in Intensitätszonen (6).
Zone 1 (geringe Intensität): 50–55 % der maximalen Herzfrequenz, gemütliches Tempo (z. B. Gehen)
Zone 2 (niedrige Intensität): 55–65 % der maximalen Herzfrequenz, zügiges Tempo (z. B. zügiges Gehen)
Zone 3 (mäßige Intensität): 65–75 % der maximalen Herzfrequenz, Tempotraining (z. B. gemütliches Joggen, bei dem man sich noch unterhalten kann)
Zone 4 (hohe Intensität): 75–85 % der maximalen Herzfrequenz, nahezu maximale Anstrengung (z. B. schnelles Laufen, sich unterhalten ist erschwert)
Zone 5 (Spitzenintensität): 90 %+ der maximalen Herzfrequenz, maximale Anstrengung
Trainingsumfang und Erholung:
Ein Training mit hoher Intensität ist effektiv, sollte jedoch sorgfältig dosiert werden, um Übertraining zu vermeiden.
Ein Training mit niedriger Intensität ist weniger anstrengend, nimmt aber mehr Zeit in Anspruch.
Die Kombination verschiedener Zonen ist optimal, um die VO₂ Max zu verbessern.
Wie verbessere ich meine VO₂ Max?
Ein Beispiel-Trainingsprogramm: Metamorphosis von Joel Jameson
Dauer: 8 Wochen.
Aufbau:
Woche 1-4: Grundlagentraining mit leichten und moderaten Tagen (Zonen 1-3)
Woche 5-8: Einführung von Trainingstagen mit hoher Intensität und Steigerung des Volumens
Wöchentlicher Zeitplan:
Leichte Tage: Gleichmäßige Belastung mit niedriger Intensität in Zone 2 (z. B. 25-30 Minuten Joggen).
Moderate Tage: Tempointervalle oder Fartlek-Training in Zonen 3-4 (z. B. 10-15 Sekunden höhere Belastung, gefolgt von 45-60 Sekunden geringerer Belastung).
Intensive Tage: Powerintervalle in Zone 5 (z. B. 5-10 Sekunden maximale Anstrengung mit 40-60 Sekunden Pause).
Krafttraining: Integriert, um das Ausdauertraining zu ergänzen und Verletzungen vorzubeugen.
Übungen für den Oberkörper, die Beine und den Rumpf.
Progression: Im Laufe der 8 Wochen soll der Umfang und die Intensität schrittweise gesteigert werden.
Die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Programm:
Aufwärmen: Wesentlich für die Gewebetoleranz und die Verletzungsprävention.
Gewebetoleranz: Niedrige plyometrische Übungen (z. B. Pogo-Jumps) bereiten die Gelenke auf höhere Belastungen vor.
Atmung: Nasenatmung bei niedriger Intensität verbessert die Atemeffizienz.
Erholung: Atemübungen (z. B. Boxbreathing) fördern die Erholung.
Beispiel für Woche 1:
Tag 1: Joggen 30 Min.
Tag 2: Kraftübungen Beine.
Tag 3: Ruhetag.
Tag 4: Joggen 30 Min.
Tag 5: Kraftübungen Oberkörper.
Tag 6: Ruhetag.
Tag 7: Ruhetag.
Quellen:
- Strauss, M., Foshag, P., Jehn, U. et al. Higher cardiorespiratory fitness is strongly associated with lower cardiovascular risk factors in firefighters: a cross-sectional study in a German fire brigade. Sci Rep 11, 2445 (2021)
- Watts, E.L., Gonzales, T.I., Strain, T. et al. Observational and genetic associations between cardiorespiratory fitness and cancer: a UK Biobank and international consortia study. Br J Cancer 130, 114–124 (2024)
- Marcos-Pardo, P.J., Orquin-Castrillón, F.J., Gea-García, G.M. et al. Effects of a moderate-to-high intensity resistance circuit training on fat mass, functional capacity, muscular strength, and quality of life in elderly: A randomized controlled trial. Sci Rep 9, 7830 (2019)
- Zubac, D., Goswami, N., Ivančev, V. et al. Independent influence of age on heart rate recovery after flywheel exercise in trained men and women. Sci Rep 11, 12011 (2021)
- Nes, B.M., Janszky, I., Wisløff, U., Støylen, A. and Karlsen, T. (2013), Maximal heart rate in a population. Scand J Med Sci Sports, 23: 697-704.
- https://health.clevelandclinic.org/exercise-heart-rate-zones-explained
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